Nadja Federer Psychotherapeutische Praxis für Kinder und Jugendliche
Nadja FedererPsychotherapeutische Praxis für Kinder und Jugendliche

Informationen für Kinder und Jugendliche

Was ist Psychotherapie?
Das Wort „Psycho“ hast du bestimmt schon einmal gehört. Vielleicht als Schimpfwort? Das ist Quatsch, denn mit „Psyche“ meinen Fachleute das Fühlen, Denken und Handeln eines Menschen – die Seele. Jeder Mensch hat eine Seele, Erwachsene genauso wie Kinder. Und eine „Therapie“ ist einfach eine Behandlung – „Psychotherapie“ ist also die Behandlung von seelischen Problemen. Es ist genauso wie beim Arztbesuch: Wenn es deinem Körper nicht gut geht, du zum Beispiel Zahnschmerzen, eine Erkältung oder Durchfall hast, gehst du zum Arzt und lässt dich behandeln. Vielleicht musst du dann in besonderer Weise auf deinen Körper achten. Vielleicht musst du bestimmte Sachen machen, z. B. dich ausruhen und Tee trinken. Vielleicht musst du auch ein Medikament nehmen. Wenn du nun Probleme hast, die mit deinem Fühlen, Denken und Handeln – mit Deiner Seele – zu tun haben, solltest du genauso eine Behandlung machen, oder?

Was passiert dann da?
Eine Psychotherapeutin ist eine Person, die weiß, wie sie einem bei solchen Problemen helfen kann. Sie kennt sich mit diesen Dingen ganz genau aus. Wenn du eine Psychotherapie machen würdest, müsste die Therapeutin dich aber erst mal gut kennenlernen. Sie stellt dir Fragen, und du darfst ihr auch ganz persönliche und geheime Sachen erzählen. Da braucht man sich keine Sorgen zu machen oder zu schämen. Die Therapeutin hat viele Ideen, was zu tun ist: Sie verrät dir Tricks, die du ausprobieren kannst, damit du z. B. mit deinen Mitschülern oder Eltern wieder besser zurechtkommst. Es könnte auch sein, dass die Therapeutin mit dir Spiele macht. Auf jeden Fall nimmt sie sich viel Zeit für dich. Wichtig ist dabei vor allem, dass du Geduld hast. Es kann schon eine Weile dauern, bis es besser wird. Wahrscheinlich würdest du über mehrere Monate regelmäßig, einmal pro Woche, bei deiner Therapeutin einen Termin haben, der dann ungefähr so lange wie eine Schulstunde dauert. In der Regel wird sich die Therapeutin auch mit deinen Eltern (oder Bezugspersonen) oder mit allen gemeinsam verabreden. Die sollten nämlich mitmachen, denn die gehören ja zu den wichtigsten Menschen für dich. Deine Wünsche gehen aber immer vor! Ein Psychotherapeut wird im Blick haben, was du gerne möchtest, und muss dabei aber auch berücksichtigen, dass deine Eltern für dich die Verantwortung tragen.

 


Wann Psychotherapie?
Manchmal kommt man mit einer bestimmten Sache gar nicht zurecht, es geht einem nicht gut, man ist schon länger unzufrieden oder man leidet richtig. Und wenn man das selbst nicht gut in den Griff bekommt, obwohl man schon vieles ausprobiert hat, dann ist eine Psychotherapie sinnvoll. Das kann jedem Menschen passieren. Gründe dafür, dass es einem nicht gut geht, gibt es sehr viele: Ein Anlass könnte sein, dass man Probleme in der Familie hat und es sehr oft zu Streit und Stress kommt, so dass alle es nicht mehr schön finden. Oder man hat Probleme in der Schule, weil man sich nicht so gut konzentrieren kann. Oder weil man vor Klassenarbeiten immer richtig heftige Angst kriegt. Oder weil man oft geärgert wird und nicht weiß, wie man noch dagegen vorgehen soll. Oder weil es regelmäßig mit den Mitschülern oder Freunden Zoff gibt. Vielleicht wird man oft so wütend, dass man sich die nächsten Probleme einhandelt – ohne dass man das so gewollt hat. Oder man hat das Problem, dass man keine Freunde findet und sich einsam fühlt. Es kann aber auch sein, dass man sich schon seit einigen Wochen häufig traurig fühlt und gar nicht weiß, warum. Man hat zu Sachen, die einem normalerweise Spaß machen, keine Lust mehr. Oder man hat etwas Schreckliches erlebt, was einem nicht mehr aus dem Kopf geht. Oder man hat sehr oft starke Angst. Oder, oder, oder…

 

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) e. V., Was ist Psychotherapie?, Informationen für Kinder und Jugendliche

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